Jasmund

Der Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen befindet sich auf der Insel Rügen und ist der kleinste Nationalpark Deutschlands.

Die Halbinsel Jasmund ist ein nordöstlicher Teil der Insel Rügen und befindet sich im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der an der Ostseeküste gelegene Nationalpark Jasmund ist mit seinen rund 3000 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands. Dieser Schutzstatus wurde noch durch die DDR vergeben und wird durch die Bundesrepublik fortgesetzt. Die eingrenzenden Orte sind Sassnitz im Süden und Lohme im Norden. Der Parkplatz Hagen ist der touristische Ausgangspunkt für Tagesreisende, von hier führt ein rund 3 Kilometer langer Wanderweg am Herthasee vorbei zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Die Reste der Herthaburg, einer slawischen Wallanlage aus dem 8. bis 12. Jahrhundert, befinden sich am Ufer des Sees. Auch ein für den erhöhten Gruselfaktor mit roter Farbe eingeschmierter Opferstein lässt sich am Rande des Wanderweges unweit des Herthasees entdecken.

Der größte Teil des Waldes wird durch die Höhenzüge der Stubnitz definiert

Der Buchenwald im Nationalpark ist seit 2011 Teil des UNESCO-Weltnatuerbes Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland. Zu diesem zählen weitere Waldbestände in Deutschland, etwa der Kellerwald oder Buchenwald Grumsin, sowie der Buchenurwald in der Slowakei und der Ukraine. Im Nationalpark Jasmund wird der größte Teil des Waldes durch die sanften Höhenzüge der Stubnitz definiert. Die Stubnitz ist ein Laubwald in dem die Rotbuche dominiert, vereinzelt anzutreffen sind Ahorn, Eibe und Bergulme. In den feuchteren Tälern und an Bächen sind Eschen und Erlen auszumachen. Der Bestand an nicht heimischen Arten, wie etwa den Nadelbäumen, ist trotz einem langen Zeitraum der forstwirtschaftlichen Nutzung mit unter 10 Prozent sehr gering. Die Waldfotos zeichnen ein Bild des Buchenwaldes in Küstennähe.

Die Kreideküste mit den markanten Kreidefelsen prägt den Nationalpark

Geprägt ist das Bild des Nationalparks vor allem durch seine Kreideküste mit den markanten Kreidefelsen. Der Königsstuhl, welcher in das Gelände des Nationalpark-Zentrums mit integriert wurde, ist dabei der bekannteste. Die Umgebung um den Königsstuhl wird auch als die Große Stubbenkammer bezeichnet, die Kleine Stubbenkammer beschreibt die im Süden anschließende Felswand mit der Victoria-Sicht.

Wer die Wanderung auf dem rund 12 Kilometer langen Hochuferweg von Sassnitz nach Lohme angeht, wird auch die Wissower Klinken passieren. Diese Kreideformation war bis zum 24. Februar 2005 eines der meist fotografierten und besuchten Ausflugsziele im Nationalpark. Am besagten Tag im Februar kam es zum Abbruch an der Felsformation, in dessen Zuge die beiden markanten Spitzen, oder auch Zinnen genannt, ins Meer stürzten. Von der vermeintlichen Vorlage für das Gemälde Kreidefelsen auf Rügen des Malers Caspar David Friedrich ist damit heute nicht mehr viel übrig.