Steigerwald

Der Steigerwald mit seinem alten Buchenwald ist ein bis zu 498,5 Meter hohes Mittelgebirge im Norden Bayerns.

Der Steigerwald ist ein bis zu 498,5 Meter hohes Mittelgebirge im Norden Bayerns, eingegrenzt von den Städten Würzburg, Schweinfurt und Bamberg in nördlicher Richtung, von Uffenheim und von dort Richtung Nürnberg in südlicher Richtung. Das Mittelgebirge geht im Norden und jenseits des Mains in die Haßberge über, im Südosten in die Frankenhöhe. Der Steigerwald fand im Jahre 1151 erstmalig eine urkundliche Erwähnung, mit der Verortung eines Waldes der sich Richtung Oberschwarzach und zum Kloster Ebrach ergibt. Der Name Steigerwald begründet sich in den begehbaren Passmulden (entstanden aus alten, erodierten Flussläufen), über die Durchgangswege angelegt wurden. Die von diesen Passmulden ansteigenden Höhen wurden als Steigirwald übersetzt, welches den Wald in einer höheren, schwer querbaren Gegend bezeichnet.

Der Buchenanteil im Steigerwald liegt bei über 70 Prozent

Neben dem Spessart ist der Steigerwald das größte Laubwaldgebiet Bayerns und besticht mit mit einem Buchenanteil von über 70 Prozent. Ein Naturpark Steigerwald wurde 1988 auf einer Fläche von rund 1280 Quadratkilometern ausgezeichnet, etwa die Hälfte davon sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet des Naturparks ist relativ dünn besiedelt, es leben hier rund 80.000 Menschen. Der Wald des Steigerwalds zeichnet sich östlich im Bereich des Hohen Steigerwalds durch kaum zersiedelte und ausgedehnte Laubwälder, in Form von zumeist Buchenwäldern, aus. In südöstliche Richtung wird der Waldanteil reduzierter und immer wieder unterbrochen von landwirtschaftlich genutzten Tälern.

Die Naturwaldreservate Brunnstube bei Ebrach und Waldhaus

Die beiden bekanntesten Waldreservate im Steigerwald sind das Naturwaldreservat Brunnstube bei Ebrach und das Naturwaldreservat Waldhaus. Die Brunnstube bei Ebrach ist ein rund 48 Hektar großes Naturschutzgebiet in einer Entfernung von 1,6 Kilometer nordöstlich von Ebrach. Der Buchenwald ist hier über 200 Jahre alt, mit einzelnen Buchen im Alter von über 300 Jahren. Das Gebiet wurde 1978 unter Totalschutz gestellt und 2001 offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Neben zahlreichen Pflanzenarten und sichtbar vielen Spechthöhlen finden hier auch Eulen und Höhlentauben wertvolle Lebensräume. Das Naturwaldreservat Waldhaus befindet sich rund 2,5 Kilometer entfernt von Ebrach im Nordwesten. 1999 auf einer Fläche von rund 100 Hektar als Naturschutzgebiet ausgezeichnet, lassen sich auch hier uralte Buchen entdecken. Der Totholzanteil im Reservat Waldhaus und Brunnstube ist ähnlich einem gewachsenen Urwald sehr hoch, welches zu einem ganz besonderen Artenreichtum führt.

Die natürliche Vegetation des Steigerwalds konnte in vielen Gebieten relativ gut gewahrt werden

Der Steigerwald wird überwiegend durch Laubwälder dominiert, die Buche ist dabei im nördlichen oder auch Hohen Steigerwald die vorherrschende Baumart. Hier befindet sich einer der ältesten Buchenwälder Deutschlands. Auf den Sandböden hin zum östlichen Steigerwald lassen sich vermehrt Kiefernbestände ausmachen, im Süden ist die Eiche vorherrschend. Die ursprüngliche und natürliche Vegetation des Steigerwalds, bestehend aus Eichen-Hainbuchenwäldern, konnte im Steigerwald in vielen Gebieten relativ gut gewahrt werden.

Der nicht vorhandene Nationalpark Steigerwald

Seit vielen Jahren gibt es Überlegungen, in bezeichneten Gebieten einen Nationalpark Steigerwald einzurichten. So haben der BUND Naturschutz und WWF Deutschland mit einem langjährigen Kartierungsprojekt im ehemaligen Schutzgebiet Hoher Buchener Wald bei Ebrach 7600 schützenswerte Bäume auf einer Fläche von rund 775 Hektar eingemessen. Dieser Bereich wäre als Kerngebiet für einen zukünftigen Nationalpark perfekt geeignet, auch weil diese Wälder in Staatsbesitz sich wieder relativ schnell in einen urwaldähnlichen Bestand entwickeln könnten - wenn man sie lässt. Die unterschiedlichen Interessengemeinschaften und dabei vorgetragenen Befürchtungen, vom Wegegebot bis zu forstwirtschaftlich nicht mehr nutzbaren Flächen, kombiniert mit einer willenlosen Politik der Bayerischen Staatsregierung konnten aber bisher Besseres verhindern.