Pfälzerwald

Der Pfälzerwald ist ein Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz und das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands.

Der Pfälzerwald ist ein Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz und das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, rund 80 bis 90 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt. Naturräumlich lässt sich der Pfälzerwald in zwei Gebiete teilen, den Pfälzerwald und die im Osten liegende Region der Weinstraße. Dabei wird die Hügellandschaft und das Weinanbaugebiet zwischen Haardt und Oberrheinebene als Weinstraßenregion bezeichnet, die Deutsche Weinstraße durchläuft die Hügel. Die an der Bruchkante des Oberrheingrabens vielfältigen Gesteinsformen über Bundstandstein, Lehm und Kalk bilden dabei einen hervorragenden Boden für den Weinanbau. Das vorherrschende, warme Klima sorgt dafür, dass neben den charakteristischen Rebenständen auch Feigen und Kiwis in den historischen Weindörfern wachsen. Der Pfälzerwald wird von Westen nach Osten von drei tiefen Bachtälern durchschnitten, südlich vom Queichtal, in der Mitte durch das Hochspeyerbachtal und nördlich vom Isenachtal. Im Mittleren Pfälzerwald finden sich die größten Erhebungen des Mittelgebirges, mit dem Großen Kalmit auf 672,6 Meter als höchstem Berg. Zahlreiche Burgen, Schlösser und Burgruinen beleben das Bild, am bekanntesten sind die Reichsburg Trifels bei Annweiler, die Besucherburg Berwartstein und das Hambacher Schloß.

Das Mittelgebirge wird auch als Buntsandsteingebirge bezeichnet

Das Mittelgebirge des Pfälzerwalds wird durch die prägende Gesteinsform des Buntsandsteins auch als Buntsandsteingebirge bezeichnet. Zusammen mit den tieferliegenden Formationen des Zechsteins, sind diese unterschiedlich harten Gesteinsformen durch Verwitterung und Abtragung für das Oberflächenbild des Mittelgebirges verantwortlich. Für die rote Farbe des Sandsteins sind abgelagerte Eisenoxide verantwortlich. Blöcke aus Buntsandstein wurden etwa für den Bau von Kirchen und Burgen, als auch Mauern für die Weinbergterrassen genutzt. Beeindruckend sind dazu die aus dem Wald hervorstehenden roten Felsformationen in Wasgau, dem Südteil des Pfälzerwalds.

Die prägenden Baumarten im Pfälzerwald sind Kiefern und Buchen

Die prägende Baumart im Pfälzerwald ist die Kiefer. Die reinen Kiefernbestände wurden im Zuge einer naturnahen, ursprünglichen Waldentwicklung zurückgedrängt, so dass seit 2008 ihr Anteil am Gesamtwaldbestand um 10 Prozent auf rund 34 Prozent gefallen ist. In ihren natürlichen Besiedlungszonen des Pfälzerwalds, vornehmlich am östlichen Gebirgsrand, macht sie aber weiterhin bis zu 70 Prozent des Waldbestands aus. Bevorzugter Standort für die Kiefer sind dabei die trockenen und sonnigen Hanglagen. Neben Waldleiningen im Mittleren Pfälzerwald lassen sich auch auf den torhaltigen Böden in der Nähe von Bitche (frz.) noch Restbestände von ursprünglichen Kiefernwäldern finden. Heute, und auch der waldgeschichtlichen Entwicklung entsprechend, ist die Buche mit rund 35 Prozent die am häufigsten zu findende Baumart im Pfälzerwald. Sie bildet oft mit der Kiefer, anderen Nadelhölzern und Eichen eine Waldgemeinschaft, ist aber im Mittleren Pfälzerwald auch als alleinstehender Hainsimsen-Buchenwald vertreten. Im südlichen Pfälzerwald bestimmt die Weißtanne das Bild des Mischwalds mit.

Der Naturpark Pfälzerwald auf dem Weg zum Biosphärenreservat

Der Naturpark Pfälzerwald wurde 1958 geschaffen, um eine Erholungsregion und schutzwürdige Landschaft in den Fokus zu rücken, nachdem diese bis dato hauptsächlich als Rohstofflieferant gesehen wurde. So wurden in den folgenden Jahren Waldparkplätze angelegt, über 500 Sitzbänke aufgestellt und rund 370 Kilometer Wanderwege ausgebaut und neu angelegt. Ab 1975 wurde dann der Landschaftsschutz weiter zur Priorität erklärt, auch der zu erfolgende Rückbau der Monokulturen zu einem artenreichen Mischwald. Der Naturpark Pfälzerwald wurde 1992 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord

Das 180.000 Hektar große Biosphärenreservat Pfälzerwald ist seit 1998 im Zusammenschluss mit dem französischen Teil des Naturraums unter dem Titel Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat der UNESCO. Zusammen mit der Weiterführung in Frankreich wird eine Fläche von insgesamt 310.500 Hektar ausgewiesen. Das gesamte Gebiet wird von der UNESCO als Reservat für die Lebensräume Mittelgebirgswälder, Rebland, Zwergstrauchheiden, Moore, Still- und Fließgewässer geführt. Heidelbeeren sind großflächig zu finden, unterschiedliche Farnarten wie Königsfarn, Rippenfarn und Berglappenfarn besetzen wohl temperierte, schattige Standorte. Einige Pflanzenarten, wie die Schwarze Teufelskralle und Lanzettblättrige Glockenblume, sind weltweit nur im Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord anzutreffen.