Fichtelgebirge

Das Fichtelgebirge ist ein rund 1600 Quadratkilometer großes Mittelgebirge im Nordosten Bayerns.

Das Fichtelgebirge ist ein rund 1600 Quadratkilometer großes Mittelgebirge im Nordosten Bayerns, von dem sich ein kleiner Teil in den Nordwesten Tschechiens erstreckt. Der bayrische Regierungsbezirk Oberfranken besetzt im Osten den größten Teil des Fichtelgebirges, im Osten hat der Regierungsbezirk Oberpfalz Anteil. 1971 wurde auf einer Größe von rund 1020 Quadratkilometer der Naturpark Fichtelgebirge geschaffen. Im Fichtelgebirge entspringen die Quellen von Main, Saale, Eger und Naab. Die höchsten Berge des Fichtelgebirges sind im Nordwesten der Schneeberg mit 1053 Meter und im Südwesten der Ochsenkopf mit 1024 Meter. Das Mittelgebirge wird auch als das Dach Frankens bezeichnet, von dessen Gipfeln sich rundum auf den Frankenwald, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald und den Kaiserwald in der Tschechei blicken lässt. Die Städte Wunsiedel und Marktredwitz gehören zu den bekanntestes Orten im Fichtelgebirge, der Ausgangspunkt meiner Wanderungen war Warmensteinach.

Das Hohe Fichtelgebirge und das Innere Fichtelgebirge

Das Fichtelgebirge lässt sich naturräumlich in das Hohe Fichtelgebirge und das Innere Fichtelgebirge gliedern. Das Hohe Fichtelgebirge wird von einem fast zusammenhängenden Waldgebiet bedeckt, mit dem Schneeberg und Ochsenkopf als höchste Erhebung. Die Form dieses Gebirgszuges wird auch oft als Hufeisen bezeichnet, welches in die nordöstliche Richtung geöffnet ist. Die im Hohen Fichtelgebirge liegenden Orte wie Warmensteinach oder Bischofsgrün verdanken ihre Existenz dem Bergbau. Das Innere Fichtelgebirge zeigt sich zum großen Teil waldlos, mit Feldern und Wiesen. Auch die hier noch vorhandenen kleineren Wälder unterlagen einer starken Nutzung, so dass eine natürliche Waldvegetation nicht mehr vorhanden ist.

Granit ist nicht nur verantwortlich für die Erhebungen des Fichtelgebirges

Die geologische Struktur des Fichtelgebirges wird fast zur Hälfte durch Granit bestimmt. Das Gestein ist aber nicht nur verantwortlich für die Erhebungen des Fichtelgebirges, sondern prägte bereits ab dem anfänglichen Mittelalter die Arbeit und Menschen. Der Bergbau setzte ein, Erze und Steine wurden abgebaut. Das Metall wurde in Schmelzöfen und den Hammerwerken an den Flüssen weiterverarbeitet, dass dafür nötige Holz für die Holzkohle lieferten die Rodungen im Fichtelgebirge. Mit der Ausbeutung der Erzlagerstätten zum Dreißigjährigen Krieg endete dann auch der Bergbau im Fichtelgebirge. Durch den Fund von Uranerzen wurde der Bergbau ab den 50er Jahren und zum Abbau von Uran für einige Zeit widerbelebt, aus unwirtschaftlichen Gründen aber eingestellt.

Die natürliche Waldvegetation des Fichtelgebirges sind die Bergmischwälder

Für die natürliche Waldvegetation des Fichtelgebirges stehen Bergmischwälder mit einer Waldgemeinschaft aus Buchen, Tannen, Fichten und Bergahorn. Durch die mit dem frühen Mittelalter beginnend Entnahme des Holzes für Hammerwerke, Schmelzöfen und Köhlerei wurde auch der Wald nachhaltig verändert. Buchen und Tannen verschwanden fast völlig aus dem Fichtelgebirge und wurden durch die Fichte als schnell nachwachsender Rohstoff ersetzt, heute die dominierende Baumart im Fichtelgebirge. Nur in den Höhenlagen des Fichtelgebirges (ab 800 Meter) kam der reine Fichtenwald als natürlicher Baumbestand vor. Durch die kegelförmigen Baumkronen kann die Fichte hier Vorteile ausspielen, da sie so auch relativ unempfindlich gegen Schneebruch ist.

Fichten, Wichtel und der Name des Fichtelgebirges

Der Name des Fichtelgebirges begründet sich übrigens nicht aus dem Fichtenbestand, da zu der Zeit der Namengebung praktisch noch die Buchen und Bergmischwälder dominierten. Leider auch nicht durch die Wichtel, die im Gebirge unterwegs sein sollen, sondern aus einer Bezeichnung des Ochsenkopfs, lesbar in einer Urkunde von 1317. Auf dem Berg befand sich das Bergwerk St. Veit und der Ochsenkopf wurde Vythenberge bezeichnet. Daraus hat sich Vichtelberg entwickelt und sehr wahrscheinlich wurde diese Bezeichnung dann für das gesamte Gebiet als Fichtelgebirge übernommen.